|
Sportveranstaltungen
|
|
![]() |
| Premiere
des „Birklon“-Duathlons mit Athleten der Spitzenklasse
Europameisterin
Nina Fischer siegte Verbissenes „Lutschen“ am eisigen Ostwind Der erste Schein war trügerisch. Wer am Samstag-Nachmittag kurz vor dem Start als Zaungast an der Geltinger Birkhalle vorbei kam, der konnte zunächst den Eindruck gewinnen, dass hier gerade ein harter Kern von unerschrockenen Athleten einen familiär gemütlichen Duathlon ins Visier nimmt. Die überschaubare Zahl von 75 Startern, die bei eisigem Ostwind die Rennräder und die Laufschuhe präparierte, ließ nicht auf Anhieb erkennen, dass hier gleich ein Feld auf die Straße gehen sollte, das es in dieser Konzentration von Leistungsklasse in Angeln noch nicht gegeben hat. Eine Europameisterin, ein Weltmeisterschaftsteilnehmer und Deutscher Meister und ein australisches Nachwuchs-As verliehen dem „Birklon“ gleich bei der Premiere ein erstklassiges Qualitätssiegel. Klasse statt Masse war angesagt beim Auftakt der Straßensaison für Schleswig-Holsteins Ausdauer-Mehrkämpfer. Drei Viertel der Starter waren Kaderathleten aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Dänemark. „Wir wollen sehen, wie unsere Athleten drauf sind“, erklärte Organisator Gunnar Werther den vorrangigen Sinn der Veranstaltung zu diesem frühen Termin. Seit wenigen Monaten ist der Vereinstrainer des MTV Gelting 08 auch Landestrainer der Schleswig-Holsteinischen Triathlon-Union und somit für den gesamten Triathlonnachwuchs zwischen Nord- und Ostsee verantwortlich. Auf der Hausstrecke ihres neuen Ausbilders wollten die jungen Hoffnungsträger zeigen, dass sie das Ticket zu den Deutschen Duathlon-Meisterschaften im Mai in Viernheim verdient haben. 2,5 km Laufen zwischen Birkhalle und Wackerballig, 20 km Radfahren auf drei Runden zwischen Gelting und Nieby und dann nochmals 2,5 km Laufen waren angesagt. Besonderheit dieses Wettkampfs: „Lutschen erlaubt“. Das ansonsten bei Tri- und Duathlonwettbewerben verbotene Windschattenfahren war in Gelting erlaubt und sogar erwünscht. Der für den Leistungssport verantwortliche SHTU-Vizepräsident Ludwig Kiefer erläuterte die Hintergründe: „Bei den Meisterschaften ist das Windschattenfahren frei gegeben. Deshalb müssen unsere Leute das auch üben. Diese Gelegenheit gibt es nur hier.“ Und so sah man die jungen Athleten nach bester Radsportmanier in Grüppchen über den Rundkurs eilen. Wer keine Gruppe fand, der musste allein und mit doppeltem Kraftaufwand gegen den eisigen Wind an der Birk kämpfen. „Der Unterschied ist schon gewaltig“ - diese Feststellung teilten fast alle Athleten, die zum ersten Mal Erfahrung mit der neuen Radfahrvariante machten. Schleswig-Holsteins Vorzeige-Triathletin Nina Fischer (Mannschafts-Europameisterin und Zweite beim IronMan Germany 2002) nutzte den Wettkampf in Gelting als Formtest. Nach 52:27 Minuten kam die Kielerin als erste Frau ins Ziel. Bei den Entscheidungen in der männlichen Konkurrenz gaben die weitgereisten Gäste den Ton an. Als Erster lief der Deutsche Triathlon-Meister der Junioren und WM-Teilnehmer Helge Mütschard aus Rostock über den Zielstrich an der Birkhalle. In 48:01 Minuten distanzierte er den Dänen Peter Bang (Fredericia; 49:13 Minuten) und den derzeit in Rostock lebenden Australier Michael Chamberlain (49:19 Min.). Bester SHTU-Athlet der Gesamtwertung war der Lübecker Johannes Müller als Vierter in 49:26 Minuten. Der frühere Geltinger Dustin Werther, der jetzt am Olympia-Stützpunkt in Neubrandenburg lebt und trainiert und für den dortigen SCN startet, lief auf seinem Heimatkurs nach 49:39 Minuten als Gesamtfünfter und bester A-Jugendlicher ein. Sein alter Trainingskamerad Micha Heidenreich hatte gegen die Asse aus dem Osten keine Chance. Der „Lokalmatador“ vom MTV Gelting 08 war als Vierter seiner Altersklasse in 54:59 Minuten aber zumindest bester A-Jugendlicher aus Schleswig-Holstein. Sein Vereinskamerad Andreas Schönrock „finishte“ nach 50:04 Minuten als Gesamt-Achter und schnellster Athlet aus Angeln. Thomas Marten vom Borener SV behauptete sich auf der ungewohnt kurzen Distanz als Senior im Feld der Nachwuchsasse mit einem achtbaren 13. Platz (52:08 Minuten). Auf der kleinen Variante (1 km – 7 km – 1 km) setzte Fahrdorfs ausdauerndste Familie die Akzente. Sinika Timme (27:14) stand neben Vater Hinnerk Timme (22:27 Min.) auf dem Siegerpodest. Nach der gelungenen Premiere und dem Lob der jetzigen Teilnehmer („Die Strecke ist klasse“) soll es im nächsten Jahr auch wieder einen „Birklon“ geben. Wenn die formalen Hürden gefallen sind – wegen der Ausnahmebestimmung zum Windschattenfahren galt der Wettkampf für die Erwachsenen offiziell nur als Test –, soll auch ein breiteres Teilnehmerfeld angesprochen werden.
|
|
15.
Lila-Eule-Cross in Kappeln
Ergebsnisse hier |