Sportveranstaltungen
 
   
  19. Schleswiger VR-Bank-Stadtlauf mit fast 600 Aktiven

Großes Schüler- und Breitensportfest auf Schleswigs Straßen
Sönke Peters feiert Geburtstag mit 2. Platz

Schleswig entwickelt sich immer mehr zum großen Treffpunkt des Breitensports an der Schlei. Spaß und Fitness standen im Mittelpunkt des 19. VR-Bank-Stadtlaufs.

Mit Volksläufen, Schülerläufen und nun auch Walking präsentierte sich die Veranstaltung rund um das Alleestadion als Sportfestival mit allen Facetten, die aktuell den Trend in Sachen Fitness prägen. Fast 600 Aktive folgten dem Ruf von Spiridon Schleswig und waren am Sonntag in der Wikingerstadt sportlich auf den Beinen. Damit konnten die Organisatoren der traditionsreichsten Laufveranstaltung des Kreises bei der 19. Auflage zum wiederholten Mal eine neue Rekordbeteiligung von 570 „Finishern“ vermelden. Es sind weniger die weitgereisten Gäste, sondern die Schleswiger selbst, die entdecken, dass auch vor der eigenen Haustür sportlich etwas los ist. „Jeder kennt irgendwie jemanden, der schon mal mitgemacht hat und begeistert davon erzählt. Und so kommen immer mehr Läufer dazu“, mit dieser einfachen Logik erklärt Mitorganisator Dierk Knauff die Dynamik der Teilnehmerzahlen.

Bei dieser Entwicklung lässt es sich dann auch verschmerzen, dass Schleswig in den Terminkalendern der Laufasse in diesem Jahr nicht unbedingt an erster Stelle stand.

Anders als die Teilnehmerzahlen waren die Leistungen in der Spitze diesmal etwas weniger rekordverdächtig. In Abwesenheit der großen Namen schlug im Lauf über zehn Meilen die Stunde der Athleten aus der „zweiten Reihe“. Einzig für Lothar Steen blieb die Stoppuhr vor der vollen Stunde stehen. Der 47-jährige „Altmeister“ vom MTV Heide durfte sich nach 59:12 Stunden über einen unverhofften Gesamtsieg bei dem Laufklassiker freuen. Bei den Frauen gaben zwei Langstrecklerinnen aus Angeln das Tempo vor. Gunda Nielsen vom TSV Glücksburg 09 gewann in 1:11:22 Stunden mit großem Vorsprung vor Bente Janelt von der TSG Scheersberg (1:19:45 Std.).

Auf der kurzen Strecke tobten sich denn aber doch noch ein paar „schnelle Hirsche“ aus. Jan Smekal von der LG Wedel-Pinneberg absolvierte die „4-Meilen-Strecke“ als Vorbereitung auf 5.000-Meter-Landesmeisterschaften und zeigte sich mit seiner Siegerzeit von 24:26 Stunden in guter Verfassung. Durch eine kleine Streckenverlängerung am Holm sind in Schleswig vier „Meilen“ jetzt 7,2 Kilometer lang, so dass ein Vergleich mit dem alten Streckenrekord von Marco Chlosta nicht mehr möglich ist. Der bisherige Streckenrekordler musste sich derweil diesmal in 25:55 Minuten überraschend mit dem dritten Platz der Gesamtwertung begnügen. Ein neuer Name und ein neues Gesicht schoben sich in Gestalt von Sönke Peters zwischen die beiden bekannten Laufgrößen. Dieser hatte am Sonntag gleich doppelt Grund zur Freude. Eine Woche nach seinem 5-km-Erfolg in Glücksburg zeigte der Struxdorfer an seinem 16. Geburtstag gleich noch einmal vor heimischem Publikum, dass sich beim gastgebenden Spiridon Schleswig in der Jugend wieder etwas mehr bewegt. In 25:38 Minuten lief der Schüler in seinem zweiten Lauf im Spiridon-Trikot als schnellster Jugendlicher auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. „Seit diesem Jahr laufe ich etwas ernsthafter und wollte nun eben auch für einen Verein starten. So landete ich bei Spiridon“, erklärte das Lauftalent seinen kurzen Weg vom Freizeitläufer in die Rolle eines lokalen Asses. Auch bei den weiblichen Starterinnen gab ein junges Talent aus der Region den Takt an. Die 13-jährige Astrid Joldrichsen von der LG Weiche-Adelby lag in 32:15 Minuten vor allen Frauen. Katrin Schmunz von der Betriebssportgruppe der VR-Bank Flensburg-Schleswig bewies in 33:55 Minuten als Gesamtzweite, dass der neue Hauptsponsor seine Rolle durchaus aktiv interpretieren möchte.

Schnellste Schüler im Lauf über die Schleswiger Meile (auch diese eine Meile ist in Schleswig mit 1,9 km etwas länger als das Originalmaß von 1,609 km) waren Romina Henningsen in 8:16 Minuten und Till Mohrmann in 7:54 Minuten (beide vom TSV Kropp). Neben den ganz schnellen Nachwuchsläufern imponierten aber auch wieder viele Schülerinnen und Schüler, die über ihre Schulen zu einem Start animiert worden waren. Die Bruno-Lorenzen-Schule und die Dannewerk-Realschule legten gleich wieder in mehrfacher Klassenstärke ein Zeugnis sportlichen Engagements außerhalb der Unterrichtszeit ab.

Neu im Bild des Stadtlaufs waren die Walker und die besonders auffälligen Nordic-Walker, die mit ihren Gehstöcken aus Karbon über die Vier-Meilen-Strecke eilten. 36 Sportler nahmen die neue Option zur sportlichen Erkundung der Stadt wahr. Dass das Gehen mit Stöcken keinesfalls ein Sport für gebrechliche Naturen, sondern vielmehr eine sehr vielseitige Fitness-Variante ist, unterstrich der Böklunder Lenni Lüdke. „Am Anfang habe ich das auch erst belächelt“, berichtete der 21-jährige über seine ersten Erfahrungen mit dem Nordic Walking. In der Zwischenzeit hat nicht nur er erfahren, dass dieser Sport eine sehr gelenkschonende Variante eines Ganzkörpertrainings ist. „Durch Nordic Walking wird rund 40 Prozent mehr Muskulatur trainiert als beim reinen Gehen“, erklärte Lüdke. In der Grundidee des Walkings spielen Wettkämpfe keine Rolle, dennoch freuten sich die Walker über die Startmöglichkeit beim Stadtlauf: „So können wir den Sport auch mal einer breiteren Öffentlichkeit nahe bringen“.


Niels-Peter Binder

 

 
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