Lokales aus Arnis

   

Bad Arnis - Lokalkolorit und Historisches

Auszüge
aus aktuellen und historischen Texten

 

  Beschreibung aus dem aktuellen Arnis Prospekt

Arnis, liebenswerte Stadt an der Schlei

Arnis, - Perle an der Schlei, mit 380 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands, und ein Paradies für Wassersportler und Erholungsuchende.
Arnis liegt auf einem landfest gemachten Inselrücken vor dem nördlichen Schleiufer. Im wesentlichen besteht die Halbinsel aus einer einzigen, beidseitig bebauten und von Linden gesäumten Straße.

Den hohen Erholungswert bezieht Arnis vor allen Dingen aus seiner ruhigen und abgelegenen Lage, den vielfältigen Wassersport-möglichkeiten, idyllischen Wanderweg rundum den Ort und das umliegende Land und nicht zuletzt der Freibadeanstalt.
Die Schifferkirche. ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1669, erhebt sich um Südwesten am Ende des Ortes auf dem baumbestandenen Kirchhofshügel. Das im wesentlichen schlicht gehaltene Innere der Kirche erhält seinen besonderen Schmuck durch die Kanzel, die einst bei einer Sturmflut angeschwemmt wurde und die Inschrift von 1573 trägt. sowie ihren alten Votivschiffen, die von der Decke herabhängen.
Auf dem Wanderweg. der rundum den Ort verläuft, gelangt man zur Freibadeanstalt und hat auch Anschluß an andere Wege.
Bad Arnis. Die Bezeichnung ,,Bad" ist überliefert als Hinweis auf eine alte Badeanstalt.1988 eingeweiht: Neuer Badestrand - ohne Kurtaxe!

Heute gibt es in Arnis noch vier Werften. Zwei bauen klassische Jachten aus edlen Hölzern. eine andere setzt Segelveteranen instand. Die große Werft repariert Küstenmotorschiffe und Marinefahrzeuge.
Immer wieder wird die Frage aufgeworfen. wie denn die Stadt Arnis zu ihrem Stadtrecht gelangte. Nun, Arnis ist seit Gründung als Flecken bezeichnet worden. 1933 sollte die Bezeichnung ,,Flecken" im Reich ausradiert werden. Aufgrund der baulichen Gestaltung und der Bevölkerungsstruktur und nicht zuletzt durch den Einsatz des damaligen Bürgermeisters Holstein ist Arnis durch einen korrekten Verwaltungsakt seit 1934 als Stadt geführt worden.
Arnis lebt vom Wasser: vom Schiffbau und der Fischerei. Fischer fahren zu Fanggründen auf der Ostsee oder gehen dem Kutterfischfang auf der Schlei nach. Handwerker haben nicht zuletzt als Zulieferer für den Schiffbau ihr Auskommen.
Für Wassersportler ist Arnis mit der Schlei und der nahen Ostsee ein Dorado. Eine Marina mit 400 Bootsliegeplätzen gehört dazu.

Die Schleifähre Arnis verbindet die Landschaften Angeln und Schwansen. An den schönen Schleiufern kommen auch die Petrijünger zu Ihrem Recht.
Die Langestraße, gesäumt von unter Naturschutz stehenden Linden, erstreckt sich in der Mitte der ehemaligen Insel fast über deren gesamte Länge. Ortsprägend sind auch die kleinen, eng aneinandergereihten Häuser, die zum Teil noch aus Fachwerkbauten bestehen und mit Ihren Utluchten eine große Anziehung auf jeden Besucher ausüben.
Die Schlei bieten sich als eines der schönsten Segel- und Surfreviere an
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  Auszug aus dem Buch "Arnis, kleine Stadt mit großer Vergangenheit" von Walter Luth

Die Gründung des ,,Fleckens" Arnis

Zur Zeit seiner Gründung war Arnis eine unbewohnte, bewaldete Insel, auf der sich nur eine Fischerbütte befand, Kappeln ein Flecken, der etwa 700 bis 800 Einwohner zählte.

Mit dem Patronat über die Kirche hatte Asmus von Rumohr, damaliger Gutsherr von Roest, seinerzeit auch die Gerichtsbarkeit und Herrschaft über Kappeln an sich gerissen. Es wurde, wie es in der Chronik heißt. den Kappelnern schwer. die goldene Freiheit, die sie unter dem Domkapitel genossen hatten. mit der Sklaverei eines Edelmannes einzutauschen, der nur gewohnt war, Fröhnern und Leibeigenen zu gebieten. Sie wurden im wahren Sinne des Wortes geknechtet und vermochten sich nicht vor der Gewalt und Despotie ihres Herren zu schützen.

War auch sein Nachfolger. Kay von Rumohr, menschenfreundlicher und humaner, so trat ihnen in Hinrich von Rumohr, unter dem die beiden Hexenprozesse 1632 und 1641 liefen, wieder ein rücksichtsloser. grausamer Despot entgegen. Es begann dann die Reihe der Besitzer von Roest, die während des 17. Jahrhunderts viele Beispiele einer grausamen Härte und Willkür gegen die Einwohner von Kappeln zeigten. Hinrich von Rumohr, 1630 im Besitz von Roest, verlangte von ihnen, ihm als Gutsherrn den Homagialeid (Untertaneneid) zu schwören. Als sie sich weigerten, wurden sie ins Gefängnis geworfen und in Eisen gelegt. Eine daraufhin von den Kappelnern eingebrachte Beschwerde bei der Landesregierung brachte ihm einen Prozeß ein, in dem es zum Vergleich kam. Die Regierung entschied, daß keine Neuerungen eingeführt werden dürften und alles so bleiben solle wie es von altersher gewesen war. 20 Jahre später versuchte er in Form eines schriftlichen Reverses, den Kappelner Bürgern den Untertaneneid aufzuzwingen. Dieser Revers, 1651 verfaßt, wurde jedoch von den Einwohnern hartnäckig abgelehnt und nie unterschrieben.

1666 übernahm Detlef von Rumohr die Verwaltung seiner väterlichen Güter Roest, Toestrup und Hohenlieth und befahl den Kappelnern Anfang Februar des Jahres aufs neue, ihm den nachsehenden Homagialeid zu leisten:

,,Ihr sollt schwören bey Gott, dass Ihr mir - Detlef von Rumohr, Eurer vorgesetzten Obrigkeit und Erbherrn zu Roest, wollen treue, holt und gehorsam seyn, meinen Schaden zu verhüten bey Nacht Lind bey Tage, mein bestens zu suchen zu Wasser und zu Lande undt mein Gebothen und Verbothen zu halten undt in allen Dingen als getreue Unterthanen gehormsamb seyn, so wahr uns Gott helfe undt seyn heiliges Evangelium!"

Er wollte sie damit wieder seinen Leibeigenen gleichstellen, was bei den Kappelner Bürgern nach wie vor auf harten Widerstand stieß. Sie dachten nicht daran, diesen Eid zu schwören, und wieder kam es am 29. November 1666 daraufhin gegen den haßerfüllten Despoten - dem noch ein ,,Mandatum poenale" auferlegt war - vor dem Landgericht in Flensburg zu einem Prozeß. Aber das Urteil gab keineswegs Frieden unter den sich streitenden Parteien, so daß sich die Bürger Kappelns entschlossen, sich einen anderen Wohnort zu wählen, um endlich vor der Willkür dieses Herrn ihre Ruhe zu haben. Anfangs hatten fast alle Kappelner die Absicht. sich eine neue Heimat zu suchen, doch traten dann einige - nachher viele - von dem Entschluß zurück. Aber dessen ungeachtet entschlossen sich endgültig 64 Familien (mit Frauen und Kindern etwa 300 Personen), den väterlichen Herd, an dem sie vergebens Ruhe und Frieden gesucht hatten, zu verlassen, um sich eine neue Heimat zu gründen, wo sie, den übrigen freien Einwohnern des Vaterlandes gleich, nicht der Willkür anderer ausgesetzt, in Freiheit leben könnten. Ihre Wahl fiel auf die ihnen nahe gelegene wüste Insel Arnis, die noch unbewohnt und ,.quad usum fructum", wie es hieß. dem Domkapitel in Schleswig gehörte, sonst aber unter der Landeshoheit des Herzogs von Schleswig-Holstein stand. So wandten sich die zum Fortzug entschlossenen Kappelner mit einer Bittschrift an den Präsidenten der fürstlichen Kanzlei zu Gottort, in der es heißt:

,,Sie nähmen nun zu seiner Excellenz ihre Zuflucht und bäten Sie, den gnädigsten Fürsten, sie bestermaßen zu recommendiren, daß derselbe ihnen die zur Schiffahrt bequeme Insel Arnis mit gewissen Privilegien und Freiheiten möchte einräumen. daß sie daselbst ihre Häuser wiederum möchten hinsetzen und jährlich ein gewisses an recognition geben!"

Der menschenfreundliche Herzog Christian Albrecht war sofort geneigt, ihnen die Ansiedlung auf der Insel zu gewähren. Sie fanden hier für ihre Schiffe ein doppeltes Ufer, und als Fischer befanden sie sich mitten in der Schlei - außerdem waren sie hier um ein bedeutendes näher ihren] alten Wohnort als in Pageroe was sie vorher ebenfalls als neue Heimat in Erwägung gezogen hatten. Der Gutsherr von Roest wurde dann von ihrem Vorhaben sofort in Kenntnis gesetzt, zumal sie verpflichtet waren, ihm beim Fortzug einen Reichsthaler als sogenanntes Abzugsgeld zu entrichten. Am 25. Dezember 1666 überwiesen 104 Kappelner Bürger ihr Abzugsgeld und erklärten in einem Schreiben, daß sie ,,kein Belieben trügen, weiter unter seiner Jurisdiktion zu wohnen!"" - Von Rumohr reagierte sauer, verlangte, daß sie umgehend ihre Häuser verkaufen und Kappeln zu verlassen hätten; ferner bestand er auf seiner Jurisdiktion, Gerechtigkeit und Gericht über die Abziehenden. Da das, was der Gutsherr von ihnen verlangte, eine neue Intrige war, sandten die Auswanderer erneut eine Klageschrift an die herzogliche Regierung und baten um Schutz. Daraufhin erfolgte eine herzogliche Resolution in favorem emigrantium. ,,Daß die Abzugszeit usque ad majum provogirt werden solle!"

Nun hatten sie eine längere Frist zum Umziehen. Sie mußten sich beim fürstlichen Reitvogt des Schleswigschen Donikapitels als künftige Einwohner von Arnis eintragen. Dieses geschah von 100 Einwohnern, von denen ein Teil wieder zurücktrat. Die anderen schlossen sich zu einer Habe- und Gütergemeinschaft zusammen, um einen eventuell gegen sie angestrengten neuen Prozeß mit Roest bestehen zu können. Detlef von Rumohr zürnte seinen Abtrünnigen immer noch, und als die Auswanderer in Kappeln ihre Häuser einfach abbrachen, kam es zu neuen Streitigkeiten.

Am 11. Mai 1666 morgens um 8.00 Uhr war dann der feierliche Tag, wo 64 ausgewanderte Kappelner Familien mit gebogenem Knie und aufgereckten Fingern unter blauem Himmel dem Reitvogt Wilthagen Lind Herzog Christian Albrecht den Huldigungseid leisteten.

Mit diesem Eid hatten sie sich von ihren früheren Bindungen losgesagt und dem Herzog Christian Albrecht die Treue geschworen. Sie baten Gott, daß er ihnen Kraft, Mut und Standhaftigkeit verleihen möge. um weiteren Intrigen zu trotzen und das Angefangene freudig fortführen zu können.

Mit Privilegien ausgestattet. konnte der Neuanfang gewagt werden, Arnis wurde geboren, und die Besiedlung der Insel begann.

 
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  Berthold Hamer, Topographie der Landschaft Angeln; eine Dokumentation des Heimatvereins der Landschaft Angeln

Arnis

Ursprünglich, wie jetzt wieder, wohl eine Halbinsel aufgrund der Ortsnamen-Endung -"nis", was Landnase bedeutet. Eine Insel währe mit -"oe" oder -holm bezeichnet worden. Durch einen künstlichen Durchstich oder überflutenden Wassereinbruch ist Arnis vermutlich zur Insel geworden.

Die Insel bildet ein langgestrecktes, schmales, an beiden Enden abgerundetes Rechteck, 800 m lang und 200 m breit, zu Dreivierteln von Wasser umgeben. Mit dem gegenüberliegenden Ufer von Schwansen wird die Schlei hier auf 220 m eingeengt. Die nach Kappeln gerichtete Bucht, das "Buter-Noor", ist ein geschützter Hafen. Nur die Südwesthälfte ist durch niedrig gelegenes Wiesenland, dem "Binner-Noor", zwischen zwei Dämmen mit dem Festland verbunden.

1625 war die Ostseite noch mit Eichenwald bewachsen. Mejer zeichnete 1649 auf seiner Schleikarte eine kleine bewaldete, unbewohnte Insel mit zwei Gebäuden darauf, vermutlich nur Fischerhütten.

1796 ist der erste Damm vom Kirchplatz zum Grödersbyer Ufer durch Abtragung der ehemaligen Schanze auf dem Kirchberg aufgeschüttet worden. Der auf die Mitte der Insel gerichtete Chausseedamm wurde 1866/69 erbaut. Das Gebiet zwischen beiden Dämmen wurde trockengelegt; damit war die Insel endgültig landfest.

 
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Auszug aus dem "Führer durch Bad Arnis an der Schlei (Ostsee)" der Badeverwaltung des Fleckens Arnis aus dem Jahr 1926

Bad Arnis, genannt die Perle der Schlei, liegt auf einer fast ganz von der Schlei eingeschlossenen Landzunge, welche durch ein schmales Wiesengelände mit der Landschaft Angeln verbunden ist. Die Schlei ist eine schmale Einbuchtung der Ostsee, die bis zur Kreisstadt Schleswig reicht. Infolge des eigenartig romantischen Charakters des Ufers steht der Fremde an den meisten Punkten unter dem Eindruck, sich auf einer dem lauten Getriebe der Welt entrückten, schilfumrauschten Insel zu befinden. Der ganze Ort wird der Länge nach von einer ebenen, sehr sauber gehaltenen, von stattlichen Linden beschatteten Straße durchschnitten.

Hinter den freundlichen, sorgsam unterhaltenen Häusern liegen die nach Osten und Westen hin sanft abfallenden Gärten. Diese lassen zwischen ihrer Einfriedigung und dem hier und da mit Schilf bestandenem Uferrand hinlänglich Platz für einen geräumigen Weg, der um den ganzen Ort führt und zum Teil von Weiden, Pappeln und Ulmen beschattet wird. Der streckenweise noch übrigbleibende grüne Vorstrand ist ein ausgezeichneter Spielplatz für Kinder. Die Ruhe des Ortes wird durch keine industriellen Anlagen gestört, die milde, würzige Seeluft nicht verunreinigt. Da Arnis gerade an der Stelle liegt, wo die Schlei in einem sanften Bogen aus der südlichen in die südwestliche Richtung übergeht, so öffnen sich dem am Ufer entlang Wandelnden stets neue unvermutete Ausblicke auf die wundervolle, ringsum hügelige und reich bewaldete Landschaft, die sich, soweit das Auge reicht, zu beiden Seiten der tiefblauen, sagenumwobenen Schlei dahinzieht.

Am Nordende des Ortes sieht man zunächst die auf dem jenseitigen Ufer lieblich gelegene kleine Ortschaft Königstein, zu der das langgedehnte Hüholz einen wundervollen Hintergrund bildet. Darauf ruht das entzückte Auge auf der 4 km schleiabwärts liegenden, scheinbar terrassenförmig ansteigenden Stadt Kappeln. Sich südwärts wendend genießt man den Anblick des etwa 300 m entfernten, bald steil ansteigenden, bald sich schluchtartig senkenden Ufers der Landschaft Schwansen.

Gegen die Mitte des Ortes gekommen, verweilt man gern einen Augenblick bei der Fähre, die hier Angeln und Schwansen verbindet und Fuhrwerke aller Art hinüber und herüber trägt. Am jenseitigen Ufer liegen malerisch schön das unter hohen Bäumen hervorlugende Nikolaiheim und die kleine Ortschaft Sundsacker. An die unmittelbar dahinter ansteigende, mit einem stattlichen Gutshofe und einer Mühle gekrönte Anhöhe schließt sich rechts ein breiter Wiesengrund, aus dem sich unvermittelt ein steiler weit in die Schlei vorgeschobener Hügel, der Schwonsberq erhebt. Am diesseitigen Ufer hat man die bis an das Tiefwasser hinausgebaute Schiffsbrücke erreicht, an der die Schleidampfer auf sämtlichen regelmäßigen Fahrten zwischen Schleswig und Kappeln anlegen. Am Ende der Brücke steht eine gemütlich eingerichtete Wartehalle mit einer offenen an drei Seiten geschützten Veranda.

Eine niedliche Allee junger Ulmen führt von eher Schiffsbrücke nach denn Südende des Fleckens. Von hier aus genießt man den Anblick eines Bildes, das zu den schönsten gehören dürfte, die unser Land überhaupt aufzuweisen vermag. Nach Süden und Westen schweift der Blick über ein mächtiges, tief blaues Wasserbecken, das ringsum von Wäldern, Wiesen und hohen, anmutigen Gestaden umsämt ist. Dieses Wasserbecken ist so recht der Tummelplatz für die Freunde des edlen Segel- und Rudersports.

Von der schwansener Seite her winken das reizend gelegene Gut Bienebek und das unter Bäumen halbversteckte Kirchdorf Sieseby, von der angelner Seite das hochgelegene Karschau herüber, dem Segler eine angenehme Rast verheißend. Aber auch unser Ort selbst bietet hier des Schönen und Interessanten nicht wenig. Hier, am Südende, befindet sich dem bereits erwähnten Schwonsberge gegenüber eine Anhöhe die in alten Zeiten als Schanze diente, jetzt aber unsere kleine freundliche von hohen Linden umgebene Kirche trägt. Allerliebste parkartige von verschlungenen Steigen durchzogene Anlagen umgehen den nördlichen und westlichen Abhang des hohen Schanzwalles An dem parallel mit dem Ufer verlaufenden Südabhange zieht sich eine ununterbrochene Reihe dichter Lauben entlang. Auf dem an diesen vorüberführenden Strandwege gelangt man nach den Badehäusern.

Wer einen weiteren Spaziergang liebt, der gehe den sogenannten alten Damm hinaus. Links tritt die Schlei unmittelbar an den Abhang des Dammes heran, zur Rechten zieht sich eine grüne Wand dichten Gesträuches entlang, hier und da einen Durchblick auf eine weite, blumenübersäete Wiese gewährend. Der Damm folgt den sanftgebogenen Linien des auch hier streckenweise mit Schild bestandenen Ufers und geht bald in einen von hohen Knicks eingeschlossenen Feldweg über, der nach dem überaus anmutig gelegenen Dorfe Grödersby führt. Hierselbst erreicht man die Chaussee und kehrt, dieser folgend, über den neuen Damm nach Amis zurück. In den Anlagen, auf den Dämmen, wie auch an dem u um den Ort herumführenden Strandwege stehen Ruhebänke in mehr als genügender Anzahl.

Als Ziele weitere Ausflüge verdienen das Hüholz mit einer ganz vom Walde umgebenen Gartenwirtschaft und das schon genannte, auch zu Lande leicht erreichbare Karschau besonders erwähnt zu werden. Regelmäßig verkehrende Dampfschiffe führen schleiabwärts nach Kappeln, dem reizvoll gelegenen Maasholm und an die offene See bei Schleimünde, schleiaufwärts an Lindaunis vorüber nach Ulsnis, Missunde, Luisenlund und der alten Stadt Schleswig, über deren roten Dächern der ehrwürdige, durch seine Kunstschätze berühmte Dom und das geschichtlich interessante Schloß Gottorp hoch emporragen.

Aber nicht nur als Sommerfrische, sondern auch als Badeort im engeren Sinne dürfen wir unseren Flecken durchaus empfehlen. Da das Schleiwasser im Verhältnis zur Tiefe der Sonne und der Luft eine weil größere Oberfläche bietet als das Wasser der offenen See, ist das Baden hier stets angenehm, so daß auch schwächere Personen selbst bei ungünstiger Witterung regelmäßig ihr Bad nehmen können. Unsere Badehäuser haben eine vorzüglichem Lage und sind von sämtlichen Wohnungen aus in 5-10 Minuten leicht zu erreichen.

 

 

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