Blühende Edelsteine im Wikingerland
 
  Eine Auswahl schöner ländlicher Hausgärten steht für Besucher (nach Voranmeldung) offen.
Lasst Blumen sprechen!" Dieses geflügelte Wort könnte als Motto für ein besonderes Angebot dienen, mit dem sich die Eigentümer(innen) von schönen ländlichen Haus- und Bauerngärten an die Öffentlichkeit wenden.
 
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  Hier und dort im "Wikingerland" Angeln und darüber hinaus gibt es versteckt liegende blühende "Edelsteine", wie beispielsweise den Rosengarten von Annelene Martensen in der Ziegeleistraße 34 in Norderbrarup.
Auf einer Fläche von 700 Quadratmetern wachsen und gedeihen hinter dem Haus vor allem historische Rosenarten aus der hiesigen Region, angefangen bei der uralten Apothekerrose, von der in Angeln die ersten Exemplare schon Anfang des 14. Jahrhunderts vorkamen. In Annelene Martensens biologischem Refugium werden inzwischen 120 verschiedene Rosenarten gehalten und erhalten, und etwa 50 davon sind bisher noch gar nicht identifiziert worden, also bis auf weiteres "namenlos".
Als erste Rosenart hat Anfang Juni die Dünenrose ihre weißen Blüten geöffnet und ihren Duft verströmt. Annelene Martensen erinnert an die Herkunft jeder Rose: Diesen Erstblütler in der Vegetationsperiode hat sie in Bauerngärten von Steinberg und Ulsnis "entdeckt" und dann nach Norderbrarup "verpflanzt".
Mitte der Woche trafen sich Gleichgesinnte im Martensen-Garten: Ingeborg und Hartwig Ahrens aus Gelting-Ohrfeldhaff, Klaus-Uwe Marten aus Husby-Hodderup und Antje und Otto Bielenberg aus Nordhackstedt, um ein bisschen zu fachsimpeln und ein Abstimmungsgespräch zu führen. Ihr Angebot: Besucher können nach Voranmeldung Termine für Führungen und Begehungen der schönen Hausgärten erhalten.
Die Zeit der "Zaungäste", die neugierige Blicke auf die Blumenpracht werfen, ist vorbei. Auf Anregung der "Ökologischen Werkstatt" der ev. Landvolkshochschule Koppelsberg gibt es "für Gartenvergnügte" den freien und kostenlosen Zutritt. "Wir haben im vergangenen Jahr erste gute Erfahrungen mit unseren offenen Gärten gesammelt", sagt Annelene Martensen. Und ihre Kollegen stimmen zu: Es habe keine Probleme gegeben (weder Pflanzenklau noch keine Beschädigungen). "Wir wollen die Freude über unsere Gärten mit anderen Menschen teilen", betont Klaus-Uwe Marten. Die Idee der offenen Privatgärten hat im angelsächsischen und skandinavischen Bereich ihren Ursprung. "Jeder Garten hat sein gewisses Etwas, seine besondere Note", sagen die stolzen Besitzer unisono.
Ein besseres Artenschutzprogramm wie in den liebevoll gehegten und gepflegten Anlagen hinter den Häusern kann es kaum geben. Der kleine gelbe Winterling blüht im Jahresablauf zuerst, die Christrose zuletzt. Seltene Wildblumen und Wildkräuter siedeln sich von selber an, so unter anderem der Wilde Salbei. In Koexistenz zur Blumenpracht gedeiht in diesen Gärten auch Gemüse. Da schießt bisweilen der Rhabarber bis zwei Meter hoch, und die Strauchrose (in Husby) bringt es sogar noch einen Meter höher hinauf. In Nordhackstedt kann Otto Bielenberg sogar mit einem "Alpium" aufwarten: einem Steingarten, in dem sich Hochgebirgspflanzen wohlfühlen, Enzian inklusive.
Mit aller Deutlichkeit erklären die Gartenbesitzer, dass sie mit der Öffnung ihrer Anlagen kein Geld verdienen wollen. Das Spendengeld der Besucher wird beispielsweise Annelene Martensen zum Jahresende zweckgebunden für die "Königsberg-Hilfe" zur Verfügung stellen. So erfüllen die schönen Gärten, von denen im Kreis Schleswig-Flensburg ein Dutzend und in ganz Schleswig-Holstein 70 ihre Pforten öffnen, auch einen sozialen Zweck. Ein gemeinsames "offenes Wochenende" findet am 22.Juni/23. Junli statt.


 
 
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Offene Gärten nach Vereinbarung:

Norderbrarup: Annelene Martensen,
Ziegeleistr. 34, 700qm Rosengarten 04641-25 65

Hasselberg/Ostsee: Erika Hansen, Kieholm, 3.000qm Gartenanlage mit Teich, Solitärbäume, Rosengarten, 04642-61 18


Gelting: Ingeborg u. Hartwig Ahrens, Ohrfeldhaff 8, 6.000 qm Garten direkt an der Ostsee, Bauerngarten, 04643-25 33

Nieby: Hildegard u. Hans-Jürgen Mielenz, Falshöft 18, 3200qm Nutz- u. Ziergarten, Streuobstwiese, Obst u. Gemüse werden ökologisch angebaut, 04643-23 31

Schleswig: Jens R. Buddrich, Amselstraße 75, 750qm , Ausstellung von Passionsblumen und tropischen Kübelpflanzen,
04621-5 32 24

Schleswig: Nordelbisches Bibelzentrum, Am st. Johanniskloster 4, 500qm Bibelgarten, 1200qm Skulpturenpark
04621-2 58 53

Dollerup/Nordballig: Sibille Ehmann-Green u. Uwe Green, Tösmus 1, 12.000qm gartenlandschaft mit Gewässerbiotopen, 04636-17 19

Ahneby: Helga Streppel, Westerstr. 14, 2.000qm ökologisch bewirtschaftete Gartenanlage umgeben von Streuobstwiesen,
04637-17 16
 
 
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