Geschichte hautnah erleben
Paddeln auf der Schlei mit dem Hjortspring- Boot

  Schleswig: Am Sonnabend, den 30. August, konnten die Schleswiger und ihre Urlauber am Anleger der Strandhalle an einem Aufsehen erregenden Ereignis teilnehmen. Als das Gottorfer Nydam-Schiff im April Schleswig für ein Jahr verließ, wurde diese Ausstellungslücke mit der Leihgabe des „Hjortspring-Bootes“ geschlossen. Es handelt sich bei dem 18 Meter langen Boot von der dänischen Insel Alsen um den Nachbau eines Kriegskanus aus dem 4. Jh. v. Chr.
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ass man dieses Boot nicht nur im Museum besichtigen kann, zeigten einige Mitglieder vom „Hjortspringbaden Laug“ bereits zum „Gottorfer Landmarkt“. Ihr Wunsch war es aber auch, einmal mit dem „Hjortspring-Boot“ auf der Schlei zu paddeln, auf der vor über 2300 Jahren schon das Original fuhr.

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ls das Boot kurz nach zehn Uhr zu Wasser gelassen wurde, nahmen sie gleich Kurs in Richtung Möweninsel und Stadthafen, vorbei am Holm weiter in Richtung Stexwig, zurück über Fahrdorf und landeten an der Badestelle am Haddebyer Campingplatz. Dort wurden Sie von Dr. Michael Gebühr, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Archäologischen Landesmuseums, erwartet.
Nach einem Begrüßungstrunk und einem deftigen Essen traten sie gestärkt ihre Heimreise zum Anleger Strandhalle wieder an.
Da der Regen der letzten Tage für Hochwasser sorgte, konnte die Crew unter der Brücke zum Wikinger Museum Haithabu nicht hindurch fahren. Der geplante Abstecher zum Museum musste entfallen. Dennoch war es für die dänische Mannschaft eine tolle Fahrt auf der Schlei und für alle Beteiligten ein außergewöhnliches Erlebnis.



 

 

Mit ihren eigenen Händen haben die Mitglieder des dänischen Vereins „Hjortspringbaden“ ihr Boot originalgetreu von 1993 bis 1998 nachgebaut.
Das Besondere am Boot ist die Bauart: Der Rumpf besteht aus fünf Planken, die vernäht wurden. Allein die Suche nach dem passenden Lindenholz dauerte zwei Jahre.



Im Mai 1999 gelangte der Nachbau erstmals ins Wasser und wurde in den Jahren 1999 bis 2001 ausprobiert. 1991 gründete sich die Gruppe Hjortspringbaden Laug. Unter den Mitgliedern sind Ingenieure, Lehrer, und Landwirte. Mit selbstgeschmiedetem Werkzeug nach Original keltischen Vorbildern wurde das Boot in 10. 000 Arbeitsstunden neu erschaffen.
Das Original Boot stammt aus der Zeit Alexander des Großen, es entstand in der Nähe Hamburgs.
Es ist 700 Jahre älter als das Nydam-Schiff und 1200 Jahre älter als das erste Wikingerschiff.
Als Kriegsschiff fuhr das Hjortspring-Boot über die Elbe zur Nordsee und durch die Eider und Treene, man nutzte wie die Wikinger die enge Landstrecke bis zur Schlei. Von dort aus gelangte es auf einem Kriegszug nach Alsen. Der Kampf wurde verloren und das Boot als Beuteopfer, - ähnlich wie das Nydam-Schiff, im Moor versenkt. 1921 entdeckte man es im Hjortspringmoor und ließ es ausgraben. Seitdem befindet es sich im Nationalmuseum Kopenhagen.
Mit diesem Aktionstag, ist es dem Landesmuseum wieder einmal gelungen, den Besuchern die experimentelle Archäologie näher zu bringen.

Kai Labrenz

 


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