Krönender Abschluss und toller Anfang

  Eckernförde: Kaum jemand in Eckernförde und Umland wusste die Arbeit gestaltender Schmiede bis zum Mai diesen Jahres richtig einzuschätzen. Das hat sich nach dem Eckernförder „Schmiede-Sommer“ grundlegend geändert.

Das internationale Schmiedetreffen mit Teilnehmern aus 9 Nationen und der anschließenden Ausstellung im Stadtgebiet , der Kirche und an der Uferpromenade war ein voller Erfolg. Die Beteiligten haben in vielerlei Hinsicht gewonnen. 15 Objekte haben den Besitzer gewechselt, in einem regen Austausch zwischen Künstlern, Zuschauern und Käufern sind viele Freundschaften entstanden ( Annemarie von Gerlach mit ihrem Künstler Achim Kühn vor dem Objekt "Ruhe im Sturm").

Die Stadt Eckernförde, ihre Bürger und Gäste können sich freuen. Am Borbyer Ufer, der gerade neu gestalteten Uferpromenade, haben dank dem Engagement vieler Eckernförder eine Reihe von Skulpturen ihren festen Platz gefunden. Das Objektpaar „Sounds“ von Michael Kaczmar (im Bild rechts) aus Puschwitz bildet ein filigranes Entré in die Parkanlage und wirkt so, als ob es schon immer dort war. Familie Stehmann, seit 20 Jahren in Eckernförde ansässig, kaufte es für die Stadt und diesen Standort. „Hier soll es bleiben und die positiven Schwingungen, die meine Frau und ich von der Stadt, den Menschen und dem Umland in all den Jahren empfangen haben, weitergeben. Das, was wir an Positivem hier erhalten und erfahren haben, geben wir hiermit gerne zurück", erklärt Hans-Christian Stehmann (unten) die Motivation zum Kauf.

Im neu angelegten Lachsenbach steht auch die „Braunalge“ von Hans-Jürgen Zyche aus Hagen. „Die gehört hierhin, die muss hier bleiben!“ war die einhellige Meinung vieler Bürger und sie brachten sie mit einer stattlichen Unterschriftenliste zum Ausdruck. Die Stadt reagierte prompt und kaufte die „Braunalge“.



Wandert der Spaziergänger nach links direkt am Wasser entlang, trifft er auf das Mobile „Ruhe im Sturm“ des Berliner Künstlers Achim Kühn. Ein imposantes, weit sichtbares Windspiel, an dem sich künftig auch die Segler erfreuen, wenn sie in den Eckernförder Hafen einlaufen. Aus dieser Perspektive konnte auch Käuferin Annemarie von Gerlach im Juli bei dem gemeinsamen Segeltörn mit den Schmieden vom Traditionssegler „Platessa von Esbjerg“ aus ihr Kunstobjekt betrachten. Der Anblick hat sie auch in ihrer Entscheidung gestärkt, dass gerade dieses Windspiel hier stehen bleiben muss. Quasi als Ich-AG, wie Frau von Gerlach meinte, hat sie ihr Vorhaben realisiert. (Frau von Gerlach, li. und Bgm Susanne Jeske-Paasch )

Ein Stückchen weiter trifft der Promenadengänger auf ein maritimes Motiv. Das "Segel" des Künstlers Gerhard Kunz aus Bruchweiler hat eine besondere Geschichte. Auch diese Arbeit war Stadtgespräch, nicht zuletzt wegen ihres Preises. Der Künstler ist von Eckernförde und dem Standort für sein Werk angetan. Sein Vorschlag: „wenn ich mit meiner Frau eine Woche über Sylvester in Eckernförde Urlaub machen kann, dann soll das Segel dort stehen bleiben.“ Diesem tauschwerten Anliegen mit seinem besonderen Credo für den Urlaubs- und Wohlfühlort Eckernförde musste man nachkommen.
Der Wirtschaftskreis hat großzügig die Hand gehoben und übernimmt die Kosten für den Urlaub des Künstlers. Wilfried Wagner, Vorsitzender des Wirtschaftskreises, nahm das Segel bei der offiziellen Übergabe in Augenschein.


"Anfangs waren wir uns nicht sicher, ob sich Eckernförde für so eine internationale Ausstellung als würdig erweist. Nun kann man sich die Promenade nicht mehr ohne die Objekte vorstellen,“ so Bgm Susanne Jeske-Paasch bei der offiziellen Übergabe. Vielleicht wird der Erfolg weitere Künstler und Künstlergruppen motivieren und wir können Stück für Stück die Promenade komplettieren.“

Von den 15 verkauften Objekte gingen 3 nach Lübeck, eines nach Frankfurt, eines nach Krusendorf, eines nach Gut Hohenstein, 3 Objekte haben in Eckernförde Privatleute erstanden, für vier Objekte fanden sich Sponsoren, so dass die Kunstwerke in Eckernförde bleiben, ein Objekt kaufte die Stadt. Der "Lotuskelch" von Martin Blähse aus Hasselburg wurde von Frau Miertsch für die Nikolai-Kirche gespendet.

Fotos: Bernd Steinke Text: Sabine Arend

 

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