Hjortspringbådens Laug

  Schleswig: Der funktionstüchtige Nachbau eines skandinavischen Kriegskanus aus der Zeit Alexanders des Großen wird für ein Jahr zu Gast sein auf Schloß Gottorf.
Kann das Hjortspringboot als ein Nachbau, die durch die Ausleihe des Nydam-Schiffes entstandene Lücke in der Nydam-Halle ausfüllen?
Es kann durchaus....

Beide Ausstellungen, sowohl die im Nationalmuseum Kopenhagen als auch die in Gottorf, schaffen ein neues kulturelles Bindeglied zwischen Dänemark und Deutschland. Wer die beiden Originale in ihrem gesamten Kontext an Opferfunden und historischer Einordnung sehen möchte, macht sich auf nach Kopenhagen.
In der neuen Ausstellung in der Nydam-Halle wird erstmals das große Interesse der Bevölkerung an diesem Teil der Geschichte dem Museumsbesucher präsentiert. Hier werden die angesprochen, die Archäologie erleben und nachvollziehen wollen. Ganz im Sinne von: Das alles ist machbar, Herr Nachbar!
 

 


Sie haben alle Hand angelegt:
Die Mitglieder von Hjortspringbådens Laug
 

  Auf spannende Weise dokumentiert der Verein Hjortspringbådens Laug das Projekt "Hjortspringboot". Neben dem eigentlichen Exponat gewährt die Gruppe einen Einblick in ihre Werkstattsituation, zeigt per Video das Boot in Aktion und präsentiert ihre Veröffentlichungen.
Zur Ausstellungseröffnung erschien eine Delegation der 180 Mitglieder, die sich gern den vielen Fragen der Besucher stellte.
 

 

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Wie dieses prachtvolle Boot mit seiner einzigartigen Linienführung unter den Händen engagierter Vorgeschichtsfreunde in siebenjähriger Arbeit auf der Insel Alsen in Dänemark entstanden ist,
welche neuen Einsichten sich dabei ergaben und vor welchem historischen Hintergrund sich die Opferung des Originals im 4. Jahr-hundert vor Chr. vollzog,
das zeigt die Ausstellung in der Gottorfer Nydam-Halle.
Höhepunkte werden die Tage sein, an denen der Nachbau des berühmten Schiffs aus der Zeit Alexanders des Großen die Gewässer der Schlei bzw. des Burgsees befahren wird. Das Original hätte sie schon vor 2300 Jahren befahren können.
Die Ausstellung beginnt mit der Ankunft des Bootes am 13. April 2003 und endet mit seiner Rückkehr im April 2004 .

Die Gruppe Hjortspringbådens Laug gründete sich 1991 (damals 80 Mitglieder) mit dem Ziel, Kenntnisse über den spektakulären Fund aus dem kleinen Moor auf Alsen zu verbreiten und das Boot im Maßstab 1:1 nachzubauen.


 
 
Knud Vagn Valbjørn beantwortet gern alle Fragen
  Kooperationen liegen voll im Trend: Knud Vagn Valbjørn (re) u. Prof. Dr. Claus v. Carnap-Bornheim

 

 

In verschiedene Gruppen eingeteilt, widmeten sich die Mitglieder ihren Detailaufgaben. Kein Archäologe, kein Historiker oder Bootsbauer war unter ihnen, dafür konnten die Mitglieder auf Erfahrungen in Holzschnitzerei, Hydrodynamik, Geometrie und Materialbelastung zurückgreifen.

Die eine Gruppe kümmerte sich ausschließlich um die Finanzierung des Projektes, eine andere erstellte nach den Rekonstruktionszeichnungen von F. Johannsen Bootsquerschnitte und Plankenabwicklungen, eine Gruppe bemühte sich um die Holzbeschaffung und wieder eine andere Gruppe stellte das Werkzeug zum Bootsbau her. Es sollte nur Werkzeug zum Nachbau verwendet werden, dessen Form bereits in der Eisenzeit bekannt war. Die historische Gruppe hat sich eingehend mit der keltischen Eisenzeit der Insel befasst.

Diese Vorbereitungsphase war in 1992/93, in den folgenden 5 Jahren wurde das Boot dann jeweils Dienstag und Donnerstag abends in 10.000 Arbeitsstunden gebaut. Es trägt den Namen Tilia Alsie, abgeleitet aus dem lateinischen Begriff für Lindenholz und dem Namen der Insel.
Im Mai 1999 gelangte der Nachbau erstmals ins Wasser und wurde in den Jahren 1999 bis 2001
ausprobiert.

Die Redaktion empfiehlt das schön aufgemachte Begleitheft zur Ausstellung mit einem Geleitwort von Claus v. Carnap-Bornheim, einer reich bebilderten Dokumentation des Projekts, dem kulturhistorischen Hintergrund von Dr. Michael Gebühr und ausgewiesener Fachliteratur.


 

   

 
 

(li):Über 7 Jahre haben in 12.000 Stunden Arbeit die dänischen Vorgeschichtsfreunde von der Insel Alsen aus 18to Lindenholz einen 530kg schweren, funktionstüchtigen Nachbau mit originalgetreuem Werkzeug erstellt. (re): Modell des Hjortspringbootes

Text/ Foto: Pressestelle Schloss Gottorf /Sabine Arend/Bernd Steinke

 


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